Unser Dorf auf dem Weg in die Zukunft

Unter dieser Überschrift wollen wir hier einen Einstieg wagen in die Veränderungen, die unser Dorf in den nächsten Jahren erfahren wird. Einwohnerrückgang und Gebäudeleerstand werden unseren gewohnten Lebensraum nachhaltig beeinflussen. Wir wollen überlegen, wie wir dem entgegenwirken oder die Folgen abmildern können. Viele Ideen sind hier erwünscht und hilfreiche Beiträge herzlich willkommen.

 

In eigener Sache

 

Die ursprüngliche Idee, auch für das Vereinsleben eine möglichst aktuelle Homepage zu installieren und vor allen Dingen zu unterhalten, konnte leider nicht realisiert werden. Auch in diesem Jahr sind von den Genossenschaften oder Vereinen (mit einer Ausnahme) keine Informationen von Jahreshauptversammlungen oder sonstigen Veranstaltungen geliefert worden. Wenn nun nach über 3 Jahren seit der Installation noch immer keine grundsätzlichen Informationen eingetragen sind, sollte darüber nachgedacht werden, diese Seiten wieder zu schließen.

 

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Ein geschichtlicher Überblick...

Geschichtliche Entwicklung

 

Mit einem Personennamen tritt Cuvendal im Jahre 1257 in die schriftlich überlieferte Geschichte ein. Der erwähnte Dietrich von Cuvendal, in weiteren Urkunden als Ritter bezeichnet, zählte zum niederen Landadel, wie er auch in anderen Dörfern vorkam. Er besaß eine befestigte Hofanlage im Ortskern von Kuventhal. Der Einbecker Geschichtsschreiber Harland bezeichnet diese Anlage einmal als Gut, ein anderes Mal als Burg. Es wird eine aus Steinen errichtete, massive Anlage gewesen sein. Er hatte sie aus den Händen der Edelherren von Homburg erhalten. Der genaue Zeitpunkt ist nicht überliefert, aber Heinrich und Bodo, die Edelherren von Homburg, ziehen im 13. Jahrhundert ihren Untertanen Dietrich mehrere  Male als Zeugen bei Grundstücksgeschäften hinzu. Noch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ist der Personenname Kuventhal in schriftlichen Dokumenten nachzuweisen. 

 

Die Homburger starben um 1408/09 aus und der Kuventhaler Besitz fiel zunächst an den Landesherren zurück, der dann im Jahre 1445 die Herren von Minnigerode damit belehnte. Diese blieben für etwa 100 Jahre im Besitz des Dorfes. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts war Kuventhal ein Pfandlehen der Herren von Berckefeldt. Auch wenn sich der Zeitpunkt nicht exakt festlegen lässt, sind sie im Jahre 1552 im Besitz des Dorfes und blieben die Grundherren für etwa 300 Jahre. Die Familie von Berckefeldt hatte bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts Abgaben aus Kuventhal bezogen.

 

Die Geschichte und Siedlungsentwicklung ist eng mit der etwa vier Kilometer entfernten Stadt Einbeck verknüpft. Kuventhal lag innerhalb der Landwehr und diese bot Schutz und Sicherheit, auch für den Hopfenanbau und die Leineweberei. Hopfenfelder sind in der Kuventhaler Gemarkung bereits im Jahre 1433 am Mühlenholz nachweisbar. In der Kopfsteuerbeschreibung des Jahres 1689 werden ausnahmslos die Kuventhaler Kötner (Kleinbauern) auch als Leineweber bezeichnet.    

 

Trotz Landwehr und Wachtürmen blieb das Dorf während des Dreißigjährigen Krieges  nicht verschont. Wie vielerorts im protestantischen Südniedersachsen wüteten die kaisertreuen Truppen unter Führung des Generals Tilly und anderer Heerführer auch in Kuventhal und zerstörten den Ort am Ende des Krieges fast vollständig. Die ebenfalls zerstörte Kapelle wurde 1665 repariert und erweitert. 1860 war sie sehr baufällig und wurde abgebrochen. Der Neubau am selben Ort wurde 1861 eingeweiht.

 

In den ersten Jahrzehnten nach der Schulgründung im Jahre 1654 gab es kein eigenes Schulgebäude, der Unterricht fand wechselnd in den Häusern der Dorfbewohner statt. Erst 1707-09 errichtete die Gemeinde ein eigenes Schulgebäude.

 

1618 wird erstmals ein Müllermeister genannt. Die Wassermühle war Mahl- und Sägemühle und wurde über einen vom Krummen Wasser abgezweigten Mühlengraben gespeist. Anfang 1960 wurde sie stillgelegt.

 

Wirtschaftliche Grundlage für die meisten Dorfbewohner war die Landwirtschaft. Daneben gab es in früheren Zeiten mehreren Handwerks- und Gewerbebetriebe: drei Gasthäuser, zwei Bäckereien, eine Tankstelle, zwei Kolonialwarengeschäfte, eine Tischlerei, Molkerei, Friseur, Sattler, Stellmacher und  Schuhmacher.

 

Bedeutsam für Kuventhal war der Brückenbau. Die große Heer- und Handelsstraße über die Hube bei Einbeck wurde Anfang des 19. Jahrhunderts über Kuventhal verlegt und in den Jahren 1828-31 das imposante Bauwerk Wilhelmsbrücke errichtet. Diese siebenbogige Talbrücke ist noch heute das Ortswappen. Nach Verlegung der B3 - Trasse wurde ein neues Brückenbauwerk errichtet, die erste doppelstöckige Brücke Deutschlands. 1956 wurde das Bauwerk eingeweiht und dem Verkehr  übergeben. Die alte Wilhelmsbrücke hatte ausgedient und wurde abgebrochen.

 

1954 erhielt Kuventhal eine Wasserleitung. Nach Verlegung der Rohrleitungen wurden die Dorfstraßen saniert und asphaltiert, es gab erstmals Bürgersteige und Straßenbeleuchtung.

 

Das Schulgebäude aus dem Jahre 1911 erfüllte nicht mehr die Anforderungen der Zeit. Es wurde gemeinsam mit der Nachbargemeinde Andershausen ein Schulneubau als Anbau an das bestehende Gebäude erstellt, im Jahre 1957 eingeweiht und der Bestimmung übergeben.

 

In den 1960-er Jahren erschloss die Gemeinde endlich ein kleines Baugebiet, um bauwilligen Einwohnern die Möglichkeit zu geben, sich hier im Ort dauerhaft anzusiedeln. Des Weiteren wurden mehrere Baulücken im Dorfkern mit Einfamilienhäusern bebaut. Ein zweites kleines Siedlungsgebiet entstand 2003 mit Aufstellung des Bebauungsplan Nr. 2 „Auf der Worth“.  

 

1974 musste Kuventhal während der Gebiets- und Verwaltungsreform seine Selbstständigkeit aufgeben und wurde mit 30 anderen Orten in die Stadt Einbeck eingemeindet

 

Mit Schließung der Dorfschule wurde der bestehende Gebäudekomplex in ein Dorfgemeinschaftshaus umgewandelt und 1992 durch einen Anbau erweitert. Hier haben die örtlichen Vereine ein „Zuhause“ gefunden, es ist ausreichend bemessen und genügt allen Anforderungen im Dorf, auch kann es für private Veranstaltungen und Feiern benutzt werden.

 

Nach Übergang des Friedhofs von der Kapellengemeinde Kuventhal-Andershausen in das Eigentum der Stadt Einbeck konnte im Jahre 1986 eine Friedhofskapelle errichtet werden.

 

1991 wurde der Ort in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Dies hat wichtige Impulse für private und öffentliche Baumaßnahmen gegeben. Als Folge der Dorferneuerung hat sich die Vereinsgemeinschaft Dorfplatz e.V. gegründet. Für die Abwasserbeseitigung bildete sich im Dorf die Abwasser-Genossenschaft Kuventhal e.G., in der alle Grundstückseigentümer Mitglied sind. Das neue Abwassersystem wurde 1999 in Betrieb genommen.

 

Im ehemals landwirtschaftlich und handwerklich ausgerichteten Dorf Kuventhal ist heute ein völliger Wandel eingetreten. Es werden nur noch einige Landwirtschaften im Nebenerwerb geführt, Handwerksbetriebe haben sich nicht erhalten. Dafür gibt es aber neue, selbstständige Arbeit im Ort.

 

Kuventhaler Vereine und Genossenschaften bieten für jedermann ein umfangreiches Angebot, sich sportlich oder kulturell zu betätigen. Jeder kann sich und seine Ideen einbringen, in den verschiedensten Vorständen mitarbeiten und so das Gemeinwesen erhalten oder gar weiter entwickeln. 

Hier sind vorhanden: Abwassergenossenschaft e.G., Bläsergemeinschaft Kuventhal-Einbeck, DRK-Ortsverband, Freiwillige Feuerwehr, Jagdgenossenschaft Kuventhal-Andershausen, Männergesangverein Kuventhal-Andershausen, Rehmenforstgenossenschaft, Tischtennisclub Kuventhal-Andershausen und die Vereinsgemeinschaft Dorfplatz e.V.

 

So gesehen ist und bleibt das Dorf Wohn- und Kulturraum für seine Bewohner. Die Lage in der Landschaft, die Nähe zur Kernstadt Einbeck, die verhältnismäßig gute Verkehrsanbindung und die Überschaubarkeit könnten Kriterien für das Dorf sein. Es soll nicht unterschlagen werden, dass es gewiss auch negative Beispiele im Dorf gibt, aber die positiven überwiegen doch sehr deutlich. Das Dorf erscheint gepflegt und intakt, die Eigentümer halten ihre Grundstücke in Ordnung und auch der öffentliche Bereich gibt ein gutes Bild ab.

 

Das Dorf erscheint wenige Jahre nach dem 750-jährigen Jubiläum als ein überschaubarer Lebensraum, in Jahrhunderten gewachsen und von vielen Generationen vor uns zu dem entwickelt, was er heute darstellt und für uns bedeutet.

 

Willi Hoppe, Ortsheimatpfleger