Unser Dorf auf dem Weg in die Zukunft

Unter dieser Überschrift wollen wir hier einen Einstieg wagen in die Veränderungen, die unser Dorf in den nächsten Jahren erfahren wird. Einwohnerrückgang und Gebäudeleerstand werden unseren gewohnten Lebensraum nachhaltig beeinflussen. Wir wollen überlegen, wie wir dem entgegenwirken oder die Folgen abmildern können. Viele Ideen sind hier erwünscht und hilfreiche Beiträge herzlich willkommen.

 

In eigener Sache

 

Die ursprüngliche Idee, auch für das Vereinsleben eine möglichst aktuelle Homepage zu installieren und vor allen Dingen zu unterhalten, konnte leider nicht realisiert werden. Auch in diesem Jahr sind von den Genossenschaften oder Vereinen (mit einer Ausnahme) keine Informationen von Jahreshauptversammlungen oder sonstigen Veranstaltungen geliefert worden. Wenn nun nach über 3 Jahren seit der Installation noch immer keine grundsätzlichen Informationen eingetragen sind, sollte darüber nachgedacht werden, diese Seiten wieder zu schließen.

 

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Rehmenforstgenossenschaft

Waldarbeit 2016

Sehr gute Beteiligung bei der diesjährigen Waldarbeit waren der Grund, das die anstehenden Arbeiten in der Rehmenforst zügig erledigt werden konnten. Bei gutem Wetter und angenehmen Temperaturen ließen sich die gefällten Bäume gut aufarbeiten und in vielen kleinen Bänken verstapeln.

 

 

 

Wer hat Interesse, das Kuventhaler Waldstück "Rehmen" kennzulernen?

 

Die Vereinsgemeinschaft Dorfplatz e.V. bietet eine öffentliche Waldbegehung an. Interessierte Teilnehmer treffen sich am Sonnabend, den 13. Juli 2013 um 14 Uhr an der „Milchstraße“. Unter fachkundiger Führung des betreuenden Forstbeamten werden bei dieser Wanderung  viele interessante Informationen zum Kuventhaler Waldstück erklärt. Geschichtliche Hintergründe und Entstehung erläutert dabei der Ortsheimatpfleger. Anschließend wird im DGH um 17 Uhr eine Powerpoint-Präsentation gezeigt, die die Entwicklung des Kuventhaler Genossenschaftswaldes aus einem Teil der historischen Einbecker Landwehr nachvollzieht. Dabei wird über den Kauf des Waldstück Rehmen im Jahre 1855 berichtet und auch die Aufteilung der Waldanteile und die heutige Forstarbeit erklärt. Ab 18 Uhr kann gemeinsam gegrillt werden. Die Bewohner unserer beiden Dörfer Kuventhal und Andershausen sind herzlich eingeladen.

 

Wir hoffen auf sommerliches Wetter und interessante Informationen.

 

Waldeinsatz 2013

Das Jahr 2012

 


Weitere Bilder der Betriebsbesichtigung in Münchehof


Rehmenforstgenossenschaft zu Kuventhal "klein aber fein"

 

   

Lage und Größe

Die Forstgenossenschaft Kuventhal ist mit einer Gesamtgröße von rund 13,0 ha eine der kleinsten Forstgenossenschaften im Land Niedersachsen.
Die Rehmenforst Kuventhal erstreckt sich im Wesentlichen über die Kammlagen eines von West nach Ost verlaufenden Höhenrückens ( 150 bis 250 Meter über NN), nordöstlich der Ortschaft Kuventhal.

 

Baumarten

Vor dem Hintergrund der standörtlichen Gegebenheiten (geologisches Ausgangsmaterial Muschelkalk) handelt es sich auf ganzer Fläche um potentielle Laubholzstandorte.

Aktuell ist bereits 95 % unserer Waldfläche mit Laubbäumen bewachsen, wenn auch im Moment noch ca. 2/3 mit Buche/Hainbuche und nur ein knappes Flächendrittel mit den sogenannten Edellaubhölzern (Ahorn, Erle, Kirsche, Linde, Rüster und Elsbeere)

Letztere gedeihen nur auf rd. 5 % aller Waldflächen in der Bundesrepublik Deutschland und schon allein wegen dieser relativen Seltenheit des Edellaubholzes, mit den resultierenden wirtschaftlichen Vorteilen für den Waldbesitzer, wird es in der Zukunft darauf ankommen, den Anteil des Edellaubholzes in Kuventhal weiter zu erhöhen.

 

Historische Waldnutzung / zukünftige Betriebsführung

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein diente der Kuventhaler Wald ganz überwiegend der Versorgung der dörflichen Bevölkerung mit Brennholz.

Zu diesem speziellen Zweck hatten unsere „Altvorderen" eine besondere Form der Waldbewirtschaftung entwickelt:
Der gesamte Waldbesitz wurde in relativ kleine Parzellen (> 1,0 ha) aufgeteilt und diese Parzellen wurden in ca. 20 jährigem Turnus komplett genutzt, d.h. zu Brennholz („Stammwellen") verarbeitet.

Die bevorzugten Baumarten waren Hainbuche und Traubeneiche – man nutzte die spezielle Eigenschaft dieser Arten: beide Baumarten treiben nach erfolgter Nutzung aus den im Waldboden verbliebenen Baumteilen neue Stammteile („Stockausschlag").

Auf diesem Wege war eine erneute Nutzung, im beschriebenen zeitlichen Interwall, möglich: ohne künstliche Begründung von Wald (Saat oder Pflanzung), allein durch die Kräfte der Natur.

In Zukunft wird es in der Pflege des Waldes darauf ankommen, den sich wandelnden Ansprüchen an seine Nutzung gerecht zu werden. Die bereits vorhandenen Edellaubhölzer werden weiter gefördert und können in der Zukunft –nach Erreichen starker Dimensionen- einer anspruchsvollen Verwertung (Massivmöbel, Furniere) dem Markt zugeführt werden.

Auch wird man sich bei einer ggf. anstehenden Verjüngung des Waldes (neue Waldgeneration) konsequent bemühen, die vorhandenen Flächenanteile des Edellaubholzes weiter zu erhöhen.


Betriebswirtschaftliche Verhältnisse

Die Forstgenossenschaft befindet sich im gemeinschaftlichen Eigentum von zur Zeit 19 Forstgenossen. Vor dem Hintergrund ihrer geringen Flächenausstattung werden, schon aus wirtschaftlichen Gründen, sämtliche Betriebsarbeiten in Eigenregie –durch die Anteilseigner- ausgeführt.

Die Mehrheit aller Forstgenossen versteht die Arbeit an unserem Wald als Investition in die Zukunft, als Pflege von Eigenbesitz – ohne aktuelle Gewinnerwartung.

Der Holzabsatz bereitet, auch wegen der geringen Mengen, keinerlei Schwierigkeiten; die jagdliche Nutzung unserer Genossenschaftsforst ist im Rahmen eines gemeinschaftlichen Jagdbezirkes verpachtet.

 

150 Jahre Rehmenforstgenossenschaft Kuventhal

Ein „rundes" Jubiläum hat in diesem Jahr die Rehmenforstgenossenschaft gefeiert. Vor 150 Jahren, im Jahre 1855, haben die Kuventhaler Bauern von der Stadt Einbeck das Waldstück „Rehmen" gekauft.

Mit einer Jubiläums-Waldbegehung am 30. Juli und einer anschließenden Feier am Dorfgemeinschaftshaus würdigten die Forstgenossen dieses Ereignis.

Feierlich enthüllte der erste Vorsitzende Albert Kappei einen Gedenkstein, der an den „runden" Geburtstag der Forstgenossenschaft erinnert. Der Stein, vom Gewicht etwa eine Tonne schwer, enthält auf einer Plakette die Jahreszahlen und den Namen Rehmenforstgenossenschaft Kuventhal. Er steht fast am höchsten Punkt unserer Forst, umgeben von einigen Buchen, die auch etwa 150 Jahre alt sind und somit einen würdigen Rahmen bilden.

Der betreuende Forstbeamte, Herr Dietrich Schulze-Grossa, referierte über den Kuventhaler Wald, der sich im wesentlichen über die Kammlage eines von West nach Ost verlaufenden Höhenrückens erstreckt, die ehemalige Einbecker Landwehr. Aktuell wachsen auf dem Muschelkalkboden etwa 95 Prozent Laubbäume, davon etwa ein Drittel sogenannte Edellaubhölzer.
An den Jahresringen einer etwa 150 jährigen Baumscheibe zeigte er geschichtliche Daten in Verbindung mit der Kuventhaler Ortsgeschichte auf. Aufgrund des besonderen Anlasses beendete Schulze-Grossa seine Ausführungen mit einem Wald-Quiz für die Mitglieder.

Nach einem kleinen Umtrunk an Ort und Stelle lud der erste Vorsitzende zu einem Vortrag ins Dorfgemeinschaftshaus ein, wo Ortsheimatpfleger Willi Hoppe die geschichtlichen Hintergründe näher beleuchtete. In diesem Rückblick wurde die Entstehung und Entwicklung der Forstgenossenschaft vorgestellt, die nicht von Beginn an eine Genossenschaft war, sondern eher eine Eigentümergemeinschaft.

Wald war und ist wichtig für Mensch und Tier. Aber er wurde in den vergangenen Jahrtausenden immer weiter zurückgedrängt. Waren ursprünglich fast alle Flächen bis in die Flusstaler mit Wald bestanden, drängte die Umwandlung in Ackerland und Weideflächen den Wald immer weiter zurück. Bis in 8. Jahrhundert waren etwa 25 % der Gesamtfläche als Ackerland genutzt, bis ins 12. Jahrhundert wurde das Ackerland auf Kosten des Waldes auf über 50 % ausgedehnt.

Auch im Kuventhaler Umfeld wurde das Ackerland vor Jahrhunderten auf Kosten des Waldes immer weiter ausgedehnt. Es gibt Beispiele von anderen Dörfern, wo solange Ackerland geschaffen wurde, bis keine Waldfläche mehr vorhanden war. Und hätten unsere Vorfahren 1855 nicht die Möglichkeit genutzt, die ehemalige Landwehr zu kaufen, ständen wir heute gänzlich ohne Wald da.

Eine Besonderheit des Waldstücks Rehmen liegt in der Grenzsituation; es ist Grenze in vielerlei Hinsicht und damit auch gut dokumentiert. Einmal war es Flurstücksgrenze des Waldes, die Südseite des Rehmens war Grenze zwischen der Gemeinde Einbeck und der Gemeinde Kuventhal, desgleichen Grenze zwischen der Stadt Einbeck und dem Amte Rotenkirchen. Die Nordseite des Rehmens war Grenze zwischen den Gemarkungen Brunsen und Einbeck, zwischen der Stadt Einbeck und dem Amte Greene und zwischen dem Herzogtum Braunschweig und dem Kurfürstentum Hannover, ab 1814 Königreich Hannover.

Mit Kaufvertrag vom 13. Januar 1855 wird mit der Stadt Einbeck das Vertragswerk geschlossen und ein Teil des Waldstücks Rehmen geht auf Kuventhal, ein anderer Teil auf Andershausen über. Bereits ab 1. Januar 1855 sind die Laufenden Kosten und Steuern für den Rehmen zu übernehmen.

Von den ursprünglichen 30 Waldanteilen, die im Verkoppelungsrezess genannt werden, werden in den nachfolgenden Jahren immer mal wieder welche verkauft oder gekauft; Veränderungen treten ein, heute sind es 19 Anteile.

Es wurden teilweise noch bis nach dem zweiten Weltkrieg Stammwellen geschlagen. Wie schon im Einbecker Protokoll beschrieben, wurde systematisch durch den Wald gegangen und abschnittsweise –soviel wie gebraucht wurde- ein vollkommener Kahlschlag gemacht, nur einige Bäume blieben zur Neukultur stehen. Der totale Abtrieb war hier etwa auch im 12 – 15 Jährigen Rhythmus.

Aus der Zeit um 1930 ist bekannt, das drei Einwohner aus Kuventhal im Nebenerwerb für die Forst tätig waren und so genannte Stammwellen geschlagen haben. Der Bedarf –immer an der Möglichkeit unserer Forst ausgerichtet- wurde durch Befragen festgestellt und dann für alle Mitglieder geschlagen. Die einzelnen Bänke gingen dann durch Verlosen an die Interessenten.

Der Rehmen deckte bei weitem nicht das Brennmaterial für die Kuventhaler Einwohner. Das kam aus anderen Wäldern, überwiegend Einbecker Wald und Solling. Es sei hier darauf hingewiesen, dass Öl noch nicht zu Heizzwecken benutzt wurde und es zwei Bäckereien und eine Molkerei im Ort gab. In den Wohnhäusern gab es allerdings nur eine beheizte Kammer, meist war das die Küche, weil eh gekocht werden musste. Die gute Stube wurde nur zu besonderen Anlässen und zu Weihnachten eingeheizt.

 

Satzung
Seit dem Kauf des Rehmens 1855 durch die Reiheberechtigten in Kuventhal waren die Eigentumsverhältnisse die einer Eigentümergemeinschaft, bestehend aus den einzelnen Käufern. Es gab auch keinen eigenem Vorstand. Die Geschäftsführung und auch die Kassenführung wurden mit von der Gemeinde wahrgenommen. In den Gemeindeversammlungen wurden jeweils für drei Jahre sogenannte Forstvertreter gewählt, die alle Angelegenheiten mit dem Rehmen zu regeln hatten. Erstmals aus der Gemeindeversammlung vom 27. März 1870 ist nachzuweisen, dass Ludwig Eggers mit 19 von 22 Stimmen zum Forstvertreter auf die nächsten drei Jahren gewählt wurde.

 

Vorstand
Der heutige Vorstand der Forstgenossenschaft besteht aus dem Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden, dem Schriftführer und dem Kassenwart.

Harald Hoppe Vorsitzender
Albert Kempf Stellvertr. Vorsitzender
Dieter Schoppe Stellvertr. Vorsitzender

Walter Watermann Kassenwart
Willi Hoppe Schriftführer
Dietrich Schulze-Grossa als betreuender Forstbeamter

 

Neben den eigentlichen Waldarbeiten werden etwa einmal jährlich Waldbegehungen oder Besichtigung anderer forstwirtschaftlichen Einrichtungen durchgeführt. Dazu werden alle Forstgenossen eingeladen und der betreuende Forstbeamte gibt Erläuterungen und Erklärungen zu den jeweiligen Themen.

Messingtafel am Jubiläumsstein. Umgeben von mächtigen Buchen, die auch ein Alter von etwa 150 Jahren aufweisen, berichtet dieseTafel von der Rehmenforstgenossenschaft Kuventhal, die 1855 ihren Anfang nahm.

 

Im Jubiläumsjahr 2005 nimmt der damalige Vostand hinter dem Gedenkstein Aufstellung. Die Personen sind von links: Hans Schoppe, Albert Kempf, Dietrich Schulze-Grossa, Albert Kappei, Harald Hoppe und Otto Traupe.

 

Gruppenbild anläßlich der Jubiläumsfeier am 30. 07. 2005 im Rehmen.